„Feste Größen in der Nische“

Erschienen in : 1957-2007 50 Jahre Förderpreis des Landes NRW für junge Künstlerinnen und Künstler, 2007Hrsg.: Der Ministerpräsident des Landes NRW

Verfasser: Frank Maier-Solgk

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Feste Größen in der Nische

Mit „rheinflügel baukunst“ hatte die Jury 2005 eine ganze Gruppe Architekten ausgezeichnet. Ehemals sieben Düsseldorfer Akademiestudenten der Klasse Laurids Ortner hatten sich 1999 zusammengefunden – der Name rheinflügel bezieht sich auf den separaten Flügel des Akademiegebäudes – , um als flexible Gemeinschaft ihrer gemeinsamen Affinität zur Kunst durch eine mutige und zugleich sensible Architektur Ausdruck zu verleihen. Insofern lagen die programmatischen Schwerpunkte Modernisierung und Umbau im kulturellen und künstlerischen Bereich sowie Gestaltung des öffentlichen Raums nahe; ein weiterer günstiger Umstand war, dass die Stadt Düsseldorf sich in den letzten Jahren hierfür als günstiges Pflaster erwies. Einen Namen machte sich die Gruppe dann vor allem mit dem Umbau der Düsseldorfer Kunsthalle (Meyer, Weber, Schäfer), jenem 1967 im Stil des so genannten Betonbrutalismus entworfenen, seit seiner Entstehung umstrittenen Monolithen; das Haus hat in der ästhetischen Beurteilung seit dem Umbau erheblich gewonnen und spielt als bedeutendes Museum für zeitgenössische Kunst seine Rolle erfolgreicher denn je. Das baukünstlerische Händchen der des Architektenteams ist heute im merklich aufgefrischten Inneren allenthalben spürbar.

„Der Förderpreis“, so Björn Severin und Karsten Weber, „hat bei uns vor allem den Prozess der Professionalisierung vorangetrieben“ – mit der Konsequenz allerdings, dass das Gruppenkonzept vor einem Jahr mehr oder weniger aufgegeben wurde und die Mitglieder jetzt separat unter eigenem Namen in Düsseldorf und Köln auftreten, mit „rhein­flügel" als Zusatz. „Die berufliche Situation", so die beiden Architek­ten, „ist heute dadurch gekennzeichnet, dass vor allem für jüngere Büros die Kriterien immer schwieriger zu erfüllen sind, die an eine Teilnahme an Wettbewerben gestellt werden" – Folge der EU-weiten Ausschreibungspraxis, aufgrund der sich die Zahl der Teilnehmer na­türlich erheblich vergrößert. „Newcomer", so Karsten Weber, „werden durch die öffentliche Hand bei uns leider kaum gefördert, anders als etwa in den Niederlanden. Insofern war der Preis nicht nur eine wich­tige Anerkennung für uns, sondern besonders in seiner Öffentlich­keitswirkung hilfreich." Zumindest in Düsseldorf sind Jo Meyer, Marie Celine Schäfer und Karsten Weber inzwischen eine feste Größe in ihrer Nische, die sie mit einer Vielzahl an Ausstellungs- Galerie- und Kunstvereinsprojekten erfolgreich besetzt haben, zuletzt mit der al­lenthalben gelobten Ausstellungsarchitektur für die neue Kunst­messe „Düsseldorf Contemporary" (DC). „Außerhalb Düsseldorfs bekommen wir eigentlich eher größere Aufgaben, so Björn Severin". Man blickt zuversichtlich in die Zukunft.

Frank Maier-Solgk. Der Autor ist freier Journalist und Publizist, v.a. für Architektur und Städtebau.